DIY Bleach it

Leylah Sadim mit einem Tank Top. Vorder- und Rückseite mit Bleach-Ornamenten
Leylah Sadim mit einem Tank Top. Vorder- und Rückseite mit Bleach-Ornamenten

Malen auf schwarzen Stoff – ja das geht, sieht aber immer irgendwie aufgemalt aus. Umso mehr begeisterte mich die Bleach-Technik, mit dem Bleach-Pen. Da wird die Farbe nicht aufgetragen, sondern sie wird aus dem schwarzen Stoff rausgebleicht. Interessanterweise wird der schwarze Stoff nicht weiß an den Stellen wo gebleicht wird, sondern meistens in einem rostigen braun. Das kommt daher, da die schwarze Farbe des Stoffes nicht rein Schwarz ist, sondern die Farbe rot beigemischt wurde. Rottöne sind schwieriger aufzubleichen als andere Farben. Einmal jedoch hatte ich ein Shirt dabei, wo die gebleichten Stellen hellgrau wurden. Also es ist immer spannend wie das Endergebnis wird, denn jede Bleichung wird anders in der Intensivität.

Manjula Karuna mit einem gebleachten Rock, Arm- und Beinstulpen
Manjula Karuna mit einem gebleachten Rock, Arm- und Beinstulpen

Ich zeige euch ein paar Beispiele was sich alles bleachen lässt. Wichtig ist, dass der Stoff einen Anteil von mind. 95% Baumwolle enthält. Shirts und Jearsystoffe eignen sich am besten. Bei einer reinen gewobenen Baumwolle verläuft der Stift gerne und es ergeben sich meistens weniger schöne Ergebnisse. Im Zweifel vorher ausprobieren, dies empfehle ich auch bei Shirts, da einfach im Bund ein paar Punkte malen, einwirken lassen und auswaschen. So lässt sich auch am besten die Einwirkzeit bestimmen. Bei warmen Temperaturen verläuft die Zeichnung mehr und bleicht schneller als wenn es eher kühl ist.

Laura Ammurah (rechts) und Evelyn eingekleidet in der Bleach-Kollektion
Laura Ammurah (rechts) und Evelyn eingekleidet in der Bleach-Kollektion

Material + Vorbereitung:
–     Bleach Pen von Clorox
–     Leggings, Shirts etc. mit einem Anteil von mind. 95% Baumwolle
–     Atemmaske
–     evtl. Schneiderkreide zum Vorzeichnen
Tipp: Ideen für schöne Ornamente findet man bei Google unter Tattoo Ornamente

DIY Bleach it
DIY Bleach it

Planung: Es ist von Vorteil mit einer Schneiderkreide ein paar Linien einzuzeichnen, an denen man sich orientieren kann. So vermeidet man, dass die Ornamente im Laufe des Auftragens schief werden. Die Zeichnung muss nicht millimetergenau sein, die Bleichung wird auch nicht regelmäßig werden, dies gibt einen individuellen Touch.

Malen und Einwirkzeit: Es sollte im Freien oder in gut belüfteten Räumen gearbeitet werden. Es empfiehlt sich, ein paar Striche und Kreise auf einem Stoffrest zu üben, um ein Gefühl zu bekommen, wie fest man auf den Bleach-Pen drücken soll, um einen gleichmäßigen Strich zu erhalten. Auch ist nicht jeder Stoff genau gleich zum bearbeiten, je leichter und weicher der Stoff ist, desto höher ist die Gefahr, dass das Bleichmittel verläuft. Mein Tipp: Im Bund auf der Innenseite des Shirts ein kleines Ornament oder den Namen zu malen, einwirken lassen und Auswaschen. Nun geht es mutig mit dem Bleach Pen direkt aufs Shirt (Abb.4). Wenn die Bleichpaste aufgetragen ist, lässt man sie einwirken, bis sie fast trocken ist (Abb. 5), ca. eine halbe Stunde. Wer nur eine leichte Bleichung möchte, verkürzt die Einwirkzeit.

Auswaschen: Wenn man mit dem Ergebnis des Bleichens zufrieden ist, das Kleidungsstück gründlich mit lauwarmem Wasser auswaschen. Trocknen lassen und fertig ist das neue Trainingsoutfit.

Carina Levana mit gebleachten Armstulpen
Carina Levana mit gebleachten Armstulpen

Nun wünsche ich ganz viel Spaß beim ausprobieren und selber Erfahrungen sammeln beim bleachen mit dem Bleach-Pen.

Grüße Natascha

Vintage-Shooting

Viermal im Jahr schreibe ich in der HALIMA (Fachzeitschrift für orientalischen Tanz) einen Artikel.Da es jeweils eine Do-it-Yourself Idee von mir entworfen und erarbeitet ist, ist es nicht lediglich schreiben, sondern da gehört ganz viel Vorbereitung dazu. In der Ausgabe die Anfang April 2018 erscheint, soll es ein Thema im Vintage-Look sein. Ich wollte ein Stilleben mit Fotos, Bilderrahmen und Accessoires kreieren. Dafür brauchte ich Fotos mit nostalgischem Flair. So kam es, dass ich mir ein Model gesucht habe, das meiner Meinung nach diesen Look verkörpern konnte. Manjula Karuna war meine Wahl und sie war auch sofort begeistert von der Idee. Also trafen wir uns an einem Samstag im Studio Scarabeo in Nürnberg. Britta brachte Kleidung, Kopfschmuck, Federfächer etc. mit, und so tauchten wir in die 20er Jahre ein und shooteten fast drei Stunden am Stück. Es war ein sehr kreativer Tag und die Ergebnisse waren einfach toll. Hier eine kleine Auswahl der besten Bilder. Wie ich die Fotos mit meinen selbstentworfenen Bilderrahmen in Szene setze, könnt ihr im April in der HALIMA sehen und nach meiner Anleitung selber kreieren.

Für dieses Bild, setzte Manjula Karuna ihren Fascinator den sie an ihrer Hochzeit trug, auf. Ein Dreieckstuch aus leichtem Gold-Lurex-Stoff mit zarten Fransen runden den Look ab.

Es gibt kaum einen passenderen Schmuck, als solche langen Perlenketten, für ein Vintage-Shooting.

Dieses Foto könnte mehrere Jahrzehnte alt sein. Die Federfächer aus weißen

Straußenfedern laden zum träumen ein. Auf mein Objektiv stülpte ich einen hautfarbenen Strumpf, dies ergab diesen verschwommenen Look ohne, dass das Bild unscharf wirkt.

Haarschmuck war in den 20er Jahren auch ein großes Thema. Manujula Karuna als Fusiontänzerin hatte da einiges zur Auswahl.

Im Fundus vom Studio Scarabeo weilte wohl seit Jahren unbenutzt dieser Pfauenstuhl. In den 70er Jahren hoch modern, sieht man sie heute wohl kaum noch als Einrichtungsgegenstände. Doch für unser Vintage-Shooting war er mehr als perfekt.

 

DIY Gamaschen

Gamaschen
Gamaschen

1) Gamasche Model Elenya, die Knöpfe mit Stoff bezogen wirken besonders edel. Der Kontrast von hellgrauem und schwarzem Stoff, zeigt dass man nicht immer farblich passende Stoffe verwenden muss.

2) Gamasche Model Naira, diese Gamaschen sind aus einem ausrangierten flippig bedruckten Jearsykleid kreiert. Nicht nur der Stoff ist hier Second-Hand, auch die Schmuckteile stammen von einem ausrangierten Bauchtanzgürtel.

3) Gamasche Model Leylah Sadim, ein edler Möbelstoff bildet die Grundlage dieser Gamaschen. Mit einem crèmefarbenen Ripsband und einer zarten Spitze eines Schals werden Akzente geschaffen.

4) Gamasche Model Manjula, passend zu ihrem Look werden hier Leder- und Fellimitate verwendet. Ein buntes Emblem ausgeschnitten aus einem alten Shirt runden diese Gamaschen ab.

5) Gamasche Model Lamia ist die edelste Variante der hier abgebildeten Gamaschen. Ein Band mit schwarzen Federn bestückt machen dieses Paar fit für den nächsten Besuch im Museum oder einem Konzertabend.

6) Gamasche Model Levana, diese Gamaschen zieren ein goldenes Ripsband und Stoffblüten. Als Hingucker dient ein glänzender Futterstoff in der Farbe Purpur.

Die Tage wurden kälter und da ich keine passenden Stiefel hatte (mein Mann würde jetzt was anderes behaupten) ging ich los von Schuhgeschäft zu Schuhgeschäft. Zwischen all den schwarzen und braunen Lederstiefeln zwinkerten mir immer wieder bunte Teile zu. Beim genaueren hin sehen war es meist der Stiefelschaft der mit extravaganten Stoffen besetzt war, dies erinnerte mich an Gamaschen. So entstand meine Idee individuelle Gamaschen zu entwerfen und zu nähen. Am schwierigsten war es ein Schnittmuster zu erstellen, wer solche schöne Schuhschmuckstücke selber machen möchte, dem wird das erspart, denn hier könnt ihr ein Grundschnittmuster downloaden. Die Größe ist relativ einfach anzupassen. Eine Schritt-für-Schritt Anleitung findet ihr ebenfalls in der PDF-Datei. Der schönste Teil der Arbeit war das Stoffe zusammensuchen, und da es jeweils gar nicht so viel Material braucht, kann man auch gut Stoffreste verwenden. Zum schmücken und ausdekorieren eignen sich Spitzen, Borten, Schmuckteile und Federn, einfach alles was die Phantasie zu bieten hat. Zum Verschließen der Gamaschen benötigt man Klettverschluss, Knöpfe und evtl. noch ein paar Haken. Nun wünsche ich viel Spaß beim kreieren von ganz eigenen individuellen Gamaschen.

PDF-Datei Schnittmuster Gamaschen